„Das Sterben gehört zum Leben dazu“Hospizarbeiter in Sulingen begleiten Sterbende
Der Tod ist kein beliebtes Thema, zu nah ist der Gedanke an das eigene Sterben. Berührungspunkte gibt es kaum. Sterben findet auf Intensivstationen, in Altenheimen oder Krankenhäusern statt. Oftmals abgegrenzt treten die Menschen ihre letzte Reise an. „Wir möchten, dass Tod und Sterben nicht weiter ausgegrenzt werden“, sagt Pastor Stephan Blick, Koordinator der Hospizgruppen im Landkreis Diepholz. „Der Tod gehört zum Leben dazu, für mich als Christ ist der Akt des Sterbens nur ein Übergang!“ Er hat jedoch Verständnis für die Unsicherheit der Angehörigen. „Manchmal werden wir erst ganz zum Schluss angerufen“, sagt Annegret Stieglitz, Mitbegründerin der Hospizbewegung im Jahr 1998. „Idealerweise aber dauert eine Begleitung zwei bis drei Monate, sodass man die Menschen kennen lernen, auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen kann“, meint Blick. Denn jeder sterbe seinen eigenen Tod, so Stieglitz. Eine Sterbebegleitung beinhaltet sowohl Gespräche mit der erkrankten Person sowie mit den nächsten Angehörigen, auch nachdem sie einen geliebten Menschen verloren haben, in der Zeit der Trauer. „Heute gibt es ja nicht mehr das traditionelle Trauerjahr, das aber auch Vorteile in sich barg. Man konnte sich ein Stück weit zurückziehen, sich eine Auszeit nehmen, Trauer zulassen“, so Annegret Stieglitz. 1998 wurden Annegret Stieglitz und die damalige Pastorin in Barenburg, Christiane Joost, Multiplikatoren des so genannten „Celler Modells“ der Hospizbewegung. Ein Jahr später wurden die ersten ehrenamtlichen Mitarbeiter ausgebildet. Derzeit gibt es in Sulingen und Umgebung 25 aktive Mitarbeiterinnen und sechs Koordinatoren, die sich durch weiterführende Kurse für die Ausbildung neuer Hospizmitarbeiter qualifiziert haben. Etwa zehn Personen umfasst eine Ausbildungsgruppe, in der die zukünftigen ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen neben einem Einführungs- und Aufbaukursus auch in der Praxis geschult werden. „Wer allerdings in der nahen Vergangenheit einen Menschen verloren hat, sollte sich überlegen, ob er der Aufgabe gewachsen ist“, so Annegret Stieglitz, denn man müsse frei sein, um sich ganz auf die Bedürfnisse der zu betreuenden Person einzustellen.. „Es steht immer der Patient im Mittelpunkt, Begleitung bedeutet, der Sterbende bestimmt den Takt!“ Dabei kann eine Patientenverfiigung hi1f~ reich sein, in der der Betroffene im Vorfeld seine Wünsche klar definiert und somit nicht nur Sicherheit für sich, sondern auch seine Angehörigen schafft. Und was treibt die Hospizmitarbeiter an, Sterbende und Angehörige zu begleiten? „Die eigene Auseinandersetzung mit dem Sterben , zum Beispiel durch den Verlust eines nahe stehenden Menschen, die Motivationen sind~ unterschiedlich. Viele unserer Mitarbeiterinnen kommen aus dem Pflegedienst“, verrät Stieglitz. Für das eigene Leben sei solch eine Erfahrung unschätzbar, das Leben bekomme eine andere Qualität. „Man bekommt von den Menschen viel zurück“, so Stephan Bliek. |
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Hier finden Sie Informationen und Artikel zu Aktionen, die Hospiz Sulingen veranstaltet hat. Zum Beispiel eine Manöverkritik zu einer Veranstaltung, einen Zeitungsartikel oder eine nützliche Information ist hier zu finden. Die Veranstaltungen sind hier chronologische sortiert. |
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Im ZDF war eine Sendung über Sterbehilfe in den Niederlanden. Informationen zu dieser Sendung, die wir in der Hospizbibliothek haben, finden Sie hier! |
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Am Mittwoch, den 20. Juni 02 um 19.30 Uhr war im Küsterhaus in Varrel ein Vortrag. Es referierte der Schmerztherapeut Michael Willig , (Oberarzt im Klinikverbund Sulingen/Bassum) zum Thema: Schmerzfreies Leben – bis zuletzt? Im Anschluss an den Vortrag wurde die Arbeit von „Hospiz Sulingen und umzu“ vorgestellt: Der WochenTipp brachte am 28.06.01 folgenden Artikel uter der Überschrift: Wie man Schmerzen therapieren kann: Schmerzen bekämpfen – Lebensqualität erhalten „80 % der Patienten, die Krebs haben, leiden während ihrer Krankheit unter Schmerzen. Aber bei über 90 % der Erkrankten kann weitgehende Schmerzfreiheit erreicht werden.“ Michael Willig, Oberarzt im Klinikverbund Bassum-Sulingen, stellte in einem sehr gut besuchten Vortrag von Hospiz Sulingen die Chancen der Schmerztherapie vor. Kompetent erklärte er, die Ursachen von Schmerzen und verstand es, durch seine klare Sprache auch den medizinischen Laien die Vorgänge im Köper zu erklären: „Die Stärke des Schmerzes ist nicht objektiv messbar.“ stellte er fest. Dies macht die Schwierigkeit der richtigen Therapie aus. „Zu einer guten Krebstherapie gehört auch das beratende und seelsorgliche Gespräch.“ Dies erleichert das Leben mit dem Krebs, und ermöglicht auch, eine individuelle Therapie für den Patienten zusammenzustellen. Wichtig ist allerdings für eine Schmerztherapie, dass man sich genau an die Verordnung des Arztes hält: „In regelmäßigen Zeitabständen müssen die Arzneimittel eingenommen werden, damit der Schmerz dauerhaft bekämpft wird.“ erläutertet Willig. Beruhigen konnte er alle Zuhörer, dass der Patient von den morphiumhaltigen Medikamenten weder abhängig wird noch bleibende Schäden zu erwarten sind: „Nebenwirkungen sind heute so gut bekannt, dass sie keine Probleme in der Behandlung mehr darstellen.“ sagte Michael Willig. Nach diesem Vortrag stellte der Leiter von Hospiz Sulingen Stephan Bliek das Konzept und die Fortbildung der Hospizgruppe vor. Im Herbst wird eine neue Ausbildungsgruppe beginnen, für die noch Plätze frei sind. Eine Kontaktaufnahme ist unter Tel. 0160 6449606 jederzeit möglich.
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