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1. Nach welchem Konzept gehen wir vor?
Die Malteser Fortbildungsstelle Hospiz und das Gemeindekolleg der Vereinigten ev. Luth. Kirche in Deutschland (VeLKD) haben gemeinsam einen Kurs
entwickelt, in dem die TeilnehmerInnen die Grundlagen der Sterbebegleitung mitgeteilt werden. Dort findet auch die Ausbildung unserer LeiterInnen statt. Der Einführungskurs soll aber nicht allein die theoretischen Grundlagen
legen, sondern er geht besonders auf die Erfahrungen, Fähigkeiten und Bedürfnisse der TeilnehmerInnen ein.
2. Was ist der Grundgedanke in diesem Konzept?
Das christliche Menschenbild liegt diesem Kurs zugrunde: Der Mensch als angenommenes Geschöpf Gottes steht - egal ob er krank oder sterbend ist - im
Mittelpunkt unserer Überlegungen.
Allerdings bedeutet dies nicht, daß Menschen, die mit dem Christentum sich nicht mehr identifizieren können, von unseren Kursen ausgeschlossen sind.
Wir haben gute Erfahrungen gemacht, wenn die KursteilnehmerInnen sich kritisch mit dem Christentum auseinandersetzen.
3. Wie ist die Struktur der „Einführung in die Sterbebegleitung“?
Es findet ein Einführungskurs von 12 Abenden statt. Anschließend gibt es ein etwa halbjähriges Praktikum betreutes Praktikum. Darauf baut ein
Vertiefungskurs auf, der 8 Abende dauert. Danach kann man sich verpflichten, ein weiteres Jahr in der Hospizarbeit mitzuarbeiten.
3.1 Wie gestalten sich die einzelnen Phasen?
Der Einführungskurs umfaßt 8 Abende, in denen versucht wird, die eigenen Erfahrungen und die Erfahrungen der TeilnehmerInnen zu schärfen. Wie kann
ich andere und mich besser wahrnehmen, mit Kranken mitgehen, dem Nächsten zuhören, ihn versuchen zu verstehen, wie kann ich selber mit dem Kranken ein Stück weit weitergehen, um dann bei ihm zu bleiben, ihn aber auch loslassen zu können, um dann aufstehen zu können, und weiterzuleben. Nach diesen ersten Schritten wird es dann um praktische Tips während der Arbeit eines Sterbebegleiters gehen: Seelsorge am Krankenbett und eine kleine Einführung in die Krankenpflege, Gesprächsführung und auch organisatorische und versicherungstechnische Fragen werden dann im Vordergrund stehen.
Während der Praktikumsphase
soll jedeR TeilnehmerIn eineN Patienten/in betreuen. Gleichzeitig werden Supervisionsveranstaltungen angeboten, in denen die gemachten Erfahrungen reflektiert werden.
Der Vertiefungskurs setzt sich dann nochmals stärker mit meinen eigenen Vorstellungen vom Tod und Sterben auseinander: Wozu bin ich berufen, bin ich angefragt, wie kann ich bedacht ans Werk gehen, was bekenne ich, und kann das Er- und Bekannte gelöst werden, was bedeutet ein erfülltes
Leben, und wodurch werde ich gesegnet und bin ich begabt?
4. Was für Grundanforderungen stellen wir an die MitarbeiterInnen?
- Anforderungen an Zeit: Etwa 2-3 Stunden pro Woche. Die Gruppenabende sollte Pflicht sein.
- Dies ist keine Trauerbewältigungsgruppe. Menschen, die gerade erst eine vertraute Person verloren haben, sollten sich erst später zur Sterbebegleitung
entscheiden.
- Offenheit für andere Menschen und Meinungen.
- Die TeilnehmerInnen sollten sich anderen Teilnehmern öffnen können und auf sie zugehen können.
- Verschwiegenheit: Was in der Gruppe gesagt wird, geht nur die Gruppe etwas an.
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